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Liebe Gemeinde, sind Sie schon einmal ganz bewusst den Weg neben unserer Kirche von der Weißkirchener Straße zur Karlsbader Straße gelaufen und haben Ihren Blick auf die bunte Vielfalt der Blumen gerichtet? Nein? Dann lade ich Sie ein, diesen Weg zu gehen. Unser Gartenteam sorgt sich das ganze Jahr darum, dass an dieser Stelle viele Pflanzen gedeihen. Auch viele „fremde“ Besucher unserer Kirche sind immer voll des Lobs und erfreuen sich an den schönen Beeten. Würde ich dort Blumen pflücken gehen, so bekäme ich schnell einen bunten Strauß zusammen. Blumen, groß blühend oder klein, mit vielen Blättern oder wenigen. Einen interessanten, bunten Strauß könnte ich nach Kurzer Zeit in meinen Händen halten. Mir fehlt völlig der grüne Daumen, aber ich weiß, dass es Blumen gibt, die viel Sonne brauchen, andere brauchen Halbschatten, wieder andere vertragen nur wenig Sonne. Die einen muss man oft gießen, andere mögen es lieber trocken. Auf die Bodenbeschaffenheit kommt es an, wie sich Pflanzen entwickeln werden. Bei einigen muss man Dünger dazugeben bei anderen nicht. Die Verschiedenheit der Blumen kommt aus den verschiedenen Samen, Knollen oder Zwiebeln. Blumen haben unterschiedliche Eigenschaften und sehen verschieden aus. Ich bin vor einiger Zeit ganz bewusst den Weg entlanggelaufen (den Weg gehe ich x-mal täglich) und habe festgestellt, so wie mit den Blumen so ist es irgendwie auch mit uns Menschen. Wir sind alle ganz unterschiedlich und verschieden. Dass wir alle hier wohnen, vielleicht auch zur Versöhnungsgemeinde gehören, macht uns ja nicht gleich. Jeder von uns hat seine unterschiedliche Herkunft, hat seine Lebensgeschichte, mit guten und weniger guten Erfahrungen. Jeder von uns ist in seiner Vergangenheit unterschiedlich „gehegt und gepflegt“ worden. Bei den Blumen lieben wir die Vielfalt und das Bunte, bei uns Menschen haben wir manchmal ein Problem damit Nicht selten wollen wir die anderen so haben, wie wir sind. Sie sollen am besten die gleichen Ansichten vertreten, gleicher Meinung sein, das mögen, was wir mögen, und das ablehnen, was wir ablehnen. Und wenn wir mit der Zeit bei ihnen merken, dass das nicht der Fall ist, könne wir ganz schön irritiert, ja auch ablehnend sein. Das ist doch komisch! Bei den Blumen lieben wir das Bunte, die Vielfalt, mögen gar nicht die Einheitsfarbe, doch bei unseren Mitmenschen freuen wir uns manchmal nicht so über die Verschiedenheit. Und öfter geht dies sogar so weit, dass wir meinen, was für uns gut und richtig ist, müsste auch für unser gegenüber gut und richtig sein. Dann wird es nicht selten kritisch im Miteinander, auch mit der Toleranz ist es dann manchmal nicht weit her. Dann wäre es gut, sich an unser botanisches Wissen zu erinnern: Jede Pflanze braucht ihre individuelle Behandlung, denn nicht alles ist für alle gleich gut. Eigentlich sollten wir ein Loblied auf die Verschiedenheit von uns Menschen singen! Damit würde sich auch viel Ärger und Streit vermeiden lassen, weil wir unsere Unterschiedlichkeit mehr beachten, schätzen und anerkennen würden. Die Blumen wachsen bunt in unserem Kirchgarten. Damit das gelingt, werden sie von unserem Gartenteam, den Gärtnern und Gärtnerinnen, gehegt und gepflegt. Der Gärtner für uns Menschen ist Gott. Wir alle gehören zu seiner Schöpfung, wir sind seine geliebten Geschöpfe, die er hegt und pflegt. Er weiß um unsere Geschichten und um unsere Unterschiedlichkeit. Er kennt unsere Stärken und unsere Schwächen. Für ihn sind wir so gut, wie wir sind. Er Akzeptiert uns so, wie wir sind. Die Blumen sind unterschiedlich, wir sind es auch. Gott sei Dank! Es gilt, sich diese Unterschiedlichkeit immer wieder bewusst zu machen. Dabei kann man so unendlich viel Schönes und Positives entdecken, an sich und an anderen. Herzlichst Klaus Hartmann, Pfr. Weitere aktuelle Themen unter finden Sie unter Pinnwand. |